Feedback von KlientInnen zur Ernährungsberatung

Sophie R. - Februar 2017

Klientin Ernährungsberatung

"Wie sagt man so schön „Aller Anfang ist schwer!“ und so war es auch bei mir. Vor mir stand der höchste Berg, den ich je vorhatte zu besteigen. Die Situation bei meinem ersten Besuch bei Dir, Eddi, war verheerend. Meine Mama war verzweifelt, ich wog nur mehr einen Bruchteil meines damaligen Selbst, stand kurz vor dem Tod, fühlte mich jedoch wie in Trance, schwebte vor mich hin und fühlte nichts. Dennoch war ich in einem tiefen Loch voll Verzweiflung und Dunkelheit. Oft fand ich den Gedanken, einfach einzuschlafen und nie wieder aufzuwachen schöner,  als mein Leben endlich zu leben. Ich hasste einen Teil meines Selbst und meines Körpers so sehr, ich verachtete mich. Durch übermäßig viel Sport und dem Verbot jeglichen Genusses oder dem Nachgeben meines unendlichen Hungers zerstörte ich mich immer mehr. Ich war am Boden. Und nur mehr einen Meter vom Abgrund entfernt.

Ich hatte einfach das Gefühl, diese Stimme in mir, die mir nichts erlaubte, die mir sagte einfach das alles zu müssen und mich zu bestraften. Kein Essen, keine Ruhe, keine Freude. Ich gönnte mir nichts und jeder Tag war ein Kampf. Und in diesem Kampf stand ich dem größten Feind gegenüber, den ich im Leben nie gedacht hätte, bekämpfen zu müssen. Ich stand mir selbst gegenüber und musste alle Kraft sammeln, diesen Kampf zu bestreiten.

Das Dilemma, das viele Betroffene haben ist, dass man immer hofft, es kommt irgendwann jemand oder es passiert etwas und dann, ja dann, wird sicher alles besser. Aber man muss verstehen, dass man nur selbst die Situation verändern kann. Man muss es wollen. Man muss kämpfen und sich auf das Härteste gefasst machen, was man sich nur vorstellen kann. Doch schafft man es durchzuhalten, wird man mit Glück und Schönheit beschenkt und lernt endlich wieder das Leben zu leben und dieses kostbare Geschenk, das man nur einmal bekommt, das Leben, seinen Körper zu lieben und viele Kleinigkeiten werden plötzlich wunderschön und zeigen einem Tag für Tag, was man all die Stunden, Wochen, Monate, ja bei mir sogar Jahre, verpasst hat.

Doch auch bei mir dauerte es, bis ich endlich verstand, dass nur ich selbst die Entscheidung treffen kann, mir endlich zu gönnen meinen unendlich großen Hunger zu stillen. So einen Hunger kann man sich gar nicht vorstellen. Je mehr ich aß, desto größer wurde mein Hunger. Ich war vollkommen ausgehungert. Nie wurde ich satt, immer nur hungriger, wenn ich meinem Körper Essbares zuführte.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich bei unserem ersten Treffen bei Dir, Eddi, erzählt habe, dass ich meistens nur ein Mal am Tag aß. Sehr, sehr viel, jedoch war der Großteil davon Gemüse, welches meinen Magen zwar füllte, ich jedoch meistens abends oder nachts wieder von schrecklichem Hunger geplagt war. Da ich untertags viel Sport betrieb, verflog dann immer dieses stechende Grummeln in meinem Magen. Anscheinend pushte mich damals das ausgeschüttete Adrenalin nach vorne. Ich kann mir das alles jetzt nicht mehr vorstellen. Woher nahm ich damals nur all die Kraft her? Ich hatte einen bzw. habe noch immer einen eisernen Willen, doch habe ich ihn falsch eingesetzt, um all diese Probleme mit der Trennung meiner Eltern, die Herausforderungen des Lebens zu verdrängen und zu vergessen, anstatt mich ihnen endlich zu stellen.

Das normale Essen musste ich seit damals erst neu erlernen. Was sind normale Portionen? Wie und was brauche ich? Ich und mein Essverhalten sind zwar noch immer nicht das, was man als „normal“ bezeichnen würde, doch ich esse endlich!

Und ich liebe und genieße es zu essen!

Ich kann mich an jeden einzelnen Schritt erinnern, wie ich langsam begann mein Essen zu steigern. Ich fand und finde es gut, dass die Steigerung allmählich kam, da sich so meine Psyche sehr leicht an das Essen gewöhnen konnte. Denn ich bin mir sicher, hätte ich sofort von einem Tag auf den anderen begonnen zu essen, hätte mich die Stimme in mir und mein schlechtes Gewissen so geplagt, dass es wieder in die andere Richtung umgeschlagen wäre. Anfangs schrieb ich auch immer am Vortag auf, was ich wann essen sollte und teilte mein Essen genau mit Grammangaben ein (z.B. 100g Kohlehydrate wie Reis(roh) zu Mittag), sodass ich einerseits diese zwanghafte Kontrolle über mein Essen behalten konnte, ich aber dann schon mit Vorfreude auf den nächsten Tag ins Bett ging.

Wichtig ist es auch einfach einen Kopf auszuschalten. Ab dem Zeitpunkt, wo ich es wirklich wollte, ging dies eigentlich automatisch. Und dann kam sie. Es kam die Zeit der wunderbarsten Geschmäcker, die sich wieder in meinem Mund ausgebreitet haben. Während meiner Magersucht habe ich nämlich mein Spektrum von erlaubten Lebensmitteln nur auf ein paar wenige verkleinert. Nicht einmal Obst gönnte ich mir, da mich der enthaltene Zucker zu sehr abschreckte. Wie viel ich in der Zeit nur verpasst habe. Ich werde es selbst nie verstehen. Dennoch bereue ich nichts und bin stärker aus der Zeit herausgekommen, als ich je war und bin innerlich über mich selbst gewachsen.

Es erwarteten mich Geschmacksexplosionen jeden Tag, sodass ich oft weinen musste, weil manche Gerichte so unbeschreiblich gut und lecker waren. Es war wie jeden Tag Weihnachten. Ich spürte nach langer Zeit meinen Körper wieder, hatte regelrecht ein ständiges Kribbeln in meinen Muskeln, als würde endlich wieder Leben in mich hineinströmen.

So wohlig warm, wie mein Grieskoch meinen Gaumen erfüllte. Das Samtige der Milch mit dem grisseligen Gries und dem fruchtigen Apfelmus. Oder der 23. Dezember 2014, wo ich erfuhr, wie die Cremigkeit einer Avocado mit dem typischen Geschmack eines Ei harmonierte und mich Biss für Biss zum glücklichsten Menschen der Welt machte. All diese Momente waren so einprägend und einfach nur wunderschön, sodass ich weiß, dass ich auch,  wenn ich alt und grau bin, nie dieses Glück und diese Freude über mein wiedererlangtes Erfahren von Essen und Schmecken vergessen werde.


Jetzt werden sich wahrscheinlich viele fragen: Und hat sie zugenommen? Ja, sie hat. Aber gleichmäßig. Schön verteilt und langsam, um meine Psyche an die Veränderungen zu gewöhnen. Unterschied sehe ich trotz mehr als 10 kg nicht. Ich schaue glücklicher und hübscher aus, habe wieder Kraft durch zarte Muskeln, die sich nun endlich wieder an meinen Gliedmaßen abzeichnen. Und diese Kraft, dieses Leben, das ich nun in meinem Körper spüre, ist unbeschreiblich.

Wie schrecklich waren die Zeiten, wo ich nicht einmal ein paar Stufen bewältigen konnte, ohne mich wie eine alte Frau zu fühlen und wie ernüchternd war es wie meine Beine streikten, als ich zum Bus laufen wollte, um ihn rechtzeitig zu erwischen.

Nun habe ich eine lange Reise hinter mir und sehe noch lange nicht das Ende. Ich fühle mich weder dick noch hässlich. Ich mag mich. Ich spüre mich. Spüre meine zarte, weiche Haut und die Wärme durch meinen Körper streichen. Denn eines musste ich erst begreifen: Nur wenn ich psychisch gesund bin, kann ich auch körperlich gesund werden. Ich muss es ändern. Ich kann es ändern.

Letztendlich habe ich es geändert und bin unglaublich stolz auf mich und meinen eisernen Willen, welchen ich nun am Ende richtig eingesetzt habe. Am Schluss meiner kurzen Geschichte kann ich nur mehr eines sagen: Lasst es zu! Veränderung ist schwer, aber es wird nichts passieren! Du alleine bestimmst über Dein Leben, verstecke Dich nicht vor ihm! Neue Türen werden sich öffnen und wieder schließen, doch alle führen in ein besseres Sein! Mein Lebensmotto hat sich nun schon so oft bewahrheitet, ich werde es mir mein Leben lang vorsagen und meinen Text mit nur diesen drei wichtigen Worten beenden: Alles wird gut!"

Juni 2016

"Ich wollte mich auch nochmal für alles was du für mich getan hast bedanken! Weil DU hast mir wieder die Augen geöffnet und mir gezeigt wie schön das Leben wieder sein kann, wenn man es nur wirklich will. Hast mir gezeigt was für Geschmäcker draußen in der großen weiten Welt auf mich warten, vor denen ich mich immer versteckt habe.

So eine Herzlichkeit und ein großes Verständnis für Personen wie mich, haben nur die wenigsten Menschen und ich bin (und ich glaube, ich kann das auch von meiner Mama aus sagen) so dankbar DICH gefunden zu haben!!! Durch dich hat es Klick gemacht!

Du hast es geschafft mich von Anfang an nicht zu überfordern und mich schrittweise zu einer normalen Ernährungszufuhr gebracht. Anders hätte ich es wohl nie geschafft! Und ich danke dir auch, dass du nie den Glauben an mich verloren hast!

Liebe Grüße, 
Sophie" 

 

Februar 2017

Aktueller Stand:
"Also mir geht es sehr gut! War auch wieder beim Bluttest - und mein Vitamin B12 war diesmal wieder im grünen Bereich :-) und sonst war auch alles in Ordnung! Vom Gewicht her bin ich bald bei 50 kg und ich fühle mich wohl in meinem Körper und merke richtig wie stark ich geworden bin ;-).

Ganz liebe Grüße,
Sophie"

 


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